Seite 1 / Prolog: Unterwasser Rugby

Gestern…, ein Tag, an dem die Kursteilnehmer im Eingangsbereich der Schwimmhalle auf den Übungsleiter warteten. Sie standen am Beckenrand, schienen den Geruch von Chlor, der aus dem Wasser drang, zu inhalieren. Zwei junge Männer schleppten ihre Ausrüstung zum Beckenrand, während die anderen sich in ihren Tauchanzug zwängten. Einer, den sie Knut nannten, zerrte dabei ganz verzweifelt am hautengen Neopren, fingerte nach dem Latz im Schritt und schaffte es schließlich, den elastischen Lappen über sein Geschlechtsteil zu spannen. Von diesem Teilerfolg getrieben, versuchte er nun, die Reißverschlusshälften am Rücken zusammenzufügen. Das gelang nur mit äußerster Mühe, am Ende blieb der Schlitten in Höhe seiner Schulterblätter stecken. Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn, Hilfe suchend blickte er sich um. Da tauchte sein Übungsleiter, Carsten Stein, auf. Er zog den Reißverschluss mit einem Ruck zum Hals hoch und stellte sich lächelnd bei seinen Kursteilnehmern vor. Flocke sei sein Spitzname, er sei unkompliziert, erwarte aber von den Teilnehmern Disziplin. Das sagte er mit Nachdruck, was nicht seine Wirkung verfehlte, denn er wirkte, obwohl klein von Statur, ausgesprochen kräftig und durchsetzungsfähig. Daraufhin nahm er eine Tarierweste in seine Hand und begann die Funktionsweise zu erklären. Unbeholfen und ungeschickt manövrierten sich die Teilnehmer mit ihren Flossen um Flocke herum und sogen gespannt die theoretischen Hinweise auf, die es bei einem Tauchgang zu beachten galt.

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