Warum Vineta (auch) noch immer interessant ist?

Vineta war nicht irgendeine Stadt. Zu jener Zeit war es die Handelsstadt an der Ostseeküste. Die Stadt ist durch den Handel reich geworden und es gab keinen König der die Bürger mit Steuern belastete. Um den Handel zu erleichtern wurde Gold, Silber oder Bernstein in Leinengeld getauscht. Das Leinengeld hat sich aufgelöst, aber wast ist mit den kostbaren Edelmetall. Liegt es immer noch in einem Erdloch vergraben auf dem Grund der Ostsee?

Auszug aus dem Roman „Mappa Ordica“:

Kaum ist die Yacht festgemacht, holt Léon die Scherbe aus seiner Tasche. Während er sich das Stück ansieht, holt Mira ihr Notebook aus der Kajüte, um sich die Nachtwache mit Recherchieren zu verkürzen.
„Es scheint von einem Krug zu sein.“
„Einer Amphore“, verbessert Mira Léon.
„Griechen?“
„Genau. Sie könnte von einem Handelsschiff stammen.“
„Die waren hier?“, fragt Flocke verwundert.
„Ja, und nicht nur die. Slawen, Germanen, Dänen und natürlich Barbaren trieben in Vineta Handel. Sowie die Griechen und daher könnte die Scherbe ein Beweis für die Existenz von Vineta sein. Die meisten Berichte über die Stadt Vineta wurden schließlich von Handelsreisenden verfasst. Sie waren es, die über ihre Reisen berichteten und dabei die große Handelsstadt erwähnten.“
„Das heißt, die ganze Welt ist nach Vineta gekommen, um ihre Waren zu tauschen?“, fragt Stinger erstaunt.
„Richtig, und was den Handel anging, waren die Einwohner sehr fortschrittlich. Sie tauschten die Waren nicht einfach gegeneinander, sondern bezahlten mit Bernsteinperlen oder mit Leinengeld, welches von der Eichbehörde gegen Gold, Silber und Edelsteine ausgegeben wurde.“
Léon grübelt…: „Eichbehörde, Leinengeld? Jetzt weiß ich, wovon Gerda Franke spinnt.“
Flocke, Stinger und Mira sehen Léon verblüfft an.
„Wo lagerte die Eichbehörde die Wertsachen?“, fragt Léon aufgeregt
Auch das weiß Mira. Sie hat es bei den Recherchen über die Stadt Jumme auf einer Museumswebpage gelesen.
„In einem Erdloch unter dem Haus Wiek“, stottert Mira, als sie begreift, worauf Léon hinaus will.
„Die erste Zentralbank des Mittelalters war ein Erdloch?“ Stinger schmunzelt mit Andacht.
Flocke schaut Mira bewundernd an.
„Ohne Zweifel ist die Alte verrückt, aber in einem Punkt könnte sie recht haben“, spekuliert Léon.
„Angenommen Vineta wurde in einer Nacht durch eine Sturmflut weggespült, dann ist anzunehmen, dass auch das Loch überflutet wurde. Niemand konnte bei so einer Katastrophe etwas fortschaffen.“
„Richtig? Nur wenn wir Pech haben, dann glauben unsere Verfolger das auch“, kombiniert Mira und schaut die anderen fragend an.
„Möglich, aber jetzt wissen wir endlich, worum es hier geht“, freut sich Stinger und schlägt sich dabei sorglos mit der Hand auf seinen Schenkel.
„Schön, aber wo ist das Haus Wiek?“, fragt Léon in die Runde.

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